Daniel Barenboim gibt deutschen Musikpreis nach Antisemitismus-Vorfall zurück

Image result for Antisemitismus-VorfallDer in Berlin lebende Dirigent Daniel Barenboim gibt Preise zurück, die er bei den größten deutschen Musikpreisen gewonnen hat. Der Israeli sagte, er protestiere gegen die Verleihung eines Echo-Musikpreises an die deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang in diesem Jahr. Auf einem Song singen sie, dass ihre Körper „definierter sind als ein Auschwitz-Häftling“. Die Auszeichnungen wurden heftig kritisiert.

Was sagt Herr Barenboim noch?

Barenboim, der auch Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper und der Staatskapelle Berlin ist, bezeichnete die Texte der Rapper als „eindeutig antisemitisch, frauenfeindlich, homophob und menschenverachtend“. „Anstand und Menschlichkeit müssen kommerzielle Interessen überwiegen“, sagte er und begründete so den Schritt, die Echo Music Awards zurückzugeben, die er gewonnen hatte.

Herr Barenboim, der 2008 die palästinensische Ehrenbürgerschaft annahm, hat ein Orchester aus jungen arabischen und israelischen Musikern gegründet, das als West-Eastern Divan Orchestra bekannt ist. Das Orchester ist im Westjordanland und im Gazastreifen aufgetreten.

Wie begann der Streit?

Die Gewinner der Echo Music Awards werden jährlich anhand der Anzahl der im Vorjahr verkauften Alben ermittelt. Kollegah und Farid Bang wurden in der Kategorie Hip Hop/Urban ausgezeichnet, nachdem sie mehr als 200.000 Exemplare ihres Albums Young, Brutal und Handsome 3 verkauft hatten. Eine Reihe von Musikern, jüdische Organisationen und deutsche Politiker haben die Entscheidung, den Rappern den Preis zu verleihen, verurteilt. Kollegah und Farid Bang haben seither gesagt, sie seien keine Antisemiten und laden jüdische Fans ein, ihre Konzerte kostenlos zu besuchen.

Der Streit kommt in einer Zeit wachsender Besorgnis über Antisemitismus in Deutschland. Letzte Woche wurden in Berlin zwei junge Männer mit jüdischen Schädelkappen (Kippahs) angegriffen. Der Angreifer wurde gefilmt und schrie antisemitische Ausdrücke. Jüdische Organisationen in Deutschland haben sich besorgt über eine Reihe von antisemitischen Beleidigungen und Drohungen in deutschen Schulen geäußert.

Seit dem Fall der Berliner Mauer 1989 ist die jüdische Bevölkerung in Deutschland stark gewachsen. Ein Zustrom von Juden, hauptsächlich aus der ehemaligen Sowjetunion, hat ihre Zahl auf mehr als 200.000 erhöht.

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